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Prabodhini- Gewahrsein für eigene Situation, Gesundheitscamps für Kinder ...

Dabei seit 08.10.2010
Das Leben in indischen Slums ist hart. Hier leben überdurchschnittlich viele Dalits, wie sich die ehemals "Unberührbaren" in Indien heute nennen. Trotz des gesetzlichen Verbotes leiden sie auch heute noch oft unter Diskriminierung, Armut und haben kaum Chancen auf Bildung und Gesundheitvorsorge. Besonders Frauen und Kinder haben es schwer, ihren Lebensweg positiv zu beeinflussen. Stattdessen ist ihr Leben häufig von häuslicher Gewalt, Ausbeutung und Aberglauben geprägt. Obwohl viele der Dalits zum Buddhismus konvertiert sind, wird ihr Leben dennoch maßgeblich von alten, rückständigen Kastenvorstellungen bestimmt.
Das Projekt Prabodhini fördert Frauen und Kinder in ihrer Entwicklung, indem es sie dabei unterstützt, Chancen zu erkennen und diese auch zu ergreifen. Es wird von einer Frau geleitet und hat drei Standbeine:

1. Ashwaghosh: Gewahrwerden der eigenen Möglichkeiten: Das traditionelle indische Straßentheater wird als Mittel verwendet, um in den Dörfern und Slums um Nagpur durch Geschichtentheater, Musik und Gesang auf humorvolle und eindringliche Weise typische Alltagsprobleme zu beleuchten: z.B. Schulbesuch von Mädchen, häusliche Gewalt an Frauen, gezielte Abtreibung weiblicher Embryonen, Alkohol- und Drogenkonsum der Männer, der die Frauen und Kinder stark beeinträchtigt. Dabei kommen natürlich alternative Formen zur Sprache, damit besser umzugehen.

2. Frauen stärken: 150 Frauen und Mädchen in den Slums von Nagpur und Umgebung werden in Workshops über ihre Rechte und Möglichkeiten informiert. Sie erhalten dabei auch Gesundheitsberatung und sexuelle Aufklärung. Eine neue Komponente bietet Frauen die Ausbildung beruflicher Fähigkeiten an. In Trainingsworkshops lernen sie die Herstellung von Kerzen und anderen Gebrauchsartikeln, um damit Geld verdienen zu können.

3. Gesundheitscamps für Kinder zwischen 5 und 14 Jahren: Sie dienen der Stärkung dieser Kinder, um ihnen eine möglichst normale körperliche und emotionale Entwicklung zu ermöglichen. Mädchen nehmen an Workshops zur Selbstverteidigung teil, was ihr Selbstvertrauen stärkt und ihre Möglichkeiten, sich zu wehren.

Prabodhini unterstützt die Entwicklung von Kreativität, Lebensfreude und Selbstbewusstsein und dient somit nachhaltig und grundlegend der Verbesserung der Lage der Schwächsten und Ärmsten der indischen Gesellschaft.

Über das Projekt

Das möchte das Projekt vermitteln

Unsere Vision ist eine Welt ohne Voruteile, in der jeder Mensch unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Glauben die Möglichkeit hat, sein Potential auszuschöpfen. Gesundheit, Bildung und Selbstbewusstsein sind grundlegend notwendig, um diese Vision zu verwirklichen.
Wir möchten in Deutschland darauf aufmerksam machen, dass in Indien nach wie vor Menschen wegen ihrer Kastenherkunft massiv diskriminiert werden. Die Frauen dieser Schicht haben es doppelt schwer. Sie werden zusätzlich zu ihrer Kaste auch durch die traditionellen Geschlechterrollen eingeschränkt, die Ausbeutung und Unterdrückung oftmals rechtfertigen.

Teilbereiche der Nachhaltigkeit

Das Projekt berührt insbesondere die sozial-kulturellen und wirtschaftlichen Teilaspekte von Nachhaltigkeit. Frauen werden dazu ermutigt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, Mädchen Bildungschancen zu ermöglichen und sich nicht mit traditionellen Rollenmustern abspeisen zu lassen. Sie erlernen Fähigkeiten, durch die sie Geld verdienen können, sie werden selbstbewußter und damit unabhängiger von traditionell-abergläubischen Vorstellungen und verbessern ihre Lebensqualität durch einfache Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen.

Die nächsten Maßnahmen und Schritte

Wir finanzieren das Prabodhini Projekt seit April 2010 und haben eine dreijährige Projektlaufzeit vereinbart. Das gibt dem Team eine gewisse Planungssicherheit. Mit dem dm-Fördergeld konnte eine weitere Projektkomponente finanziert werden: das Team der ehrenamtlich tätigen jungen Mädchen wird zusammen mit weiteren Jugendlichen an regelmäßigen Wenlido-Workshops teilnehmen. Das ist ein Training zur Selbstverteidigung, was nicht nur körperlich stark macht, sondern auch das Selbstbewußtsein stärkt. Denn häufig trauen sich Mädchen und Frauen in Indien gar nicht erst, sich ihren Peinigern zu widersetzen. Sie sind in dem Glauben erzogen worden, dass Männer Frauen schlagen dürfen und Mädchen keine Widerworte geben. Daher ist der erste Schritt, den Mut zu entwickeln "Nein!" zu sagen. Zusammen mit der notwendigen Technik der Selbstverteidigung macht es Mädchen starkt, sich gegen Übergriffe und Einschüchterungen zur Wehr zu setzen.

So macht das Projekt auf sich aufmerksam

Vieles passiert durch persönliche Ansprache. Wir sind ein kleiner Verein, 2006 gegründet und alle arbeiten ehrenamtlich. Wir haben eine Website und eine Facebook Seite, auch einen Flyer. Wir sprechen immer wieder Privatpersonen und Schulen an und wurden auch schon bei caritativen Schulaktivitäten berücksichtigt. Wir halten regelmäßig Vorträge über unsere Projekte und veranstalten Sonderaktionen, um Geld zu sammeln, wie zum Beispiel Bücherflohmarkt und Versteigerungen mit Kulturprogramm.

Projekttagebuch

Kissen Workshop in Nari, Nagpur, Indien
Eintrag vom 05.04.2012

Projektbesuch im März 2012

Ich habe Anfang März das Projekt in Nagpur besucht. Abhaydana, die Projektleiterin hat mich mit zu einem Nähworkshop genommen. Dort trafen sich eine Gruppe von ca. 12 Frauen in Nari, in er Nähe von Nagpur, um eine besondere Art des Kissennähens zu lernen. Diese "Paradekissen" sind in Indien sehr beliebt, und die Frauen können sie gut verkaufen.
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